ODER-NEIßE-JOURNAL
Internetzeitung für Eisenhüttenstadt & Umgebung

www.oder-neisse-info.de
Nachrichten
Politik Wirtschaft Kultur Vermischtes Polizeiberichte Sport Tourismus Ratgeber
Suche
Aktuelles

Vermischtes18.10.2026
Fischzug 2026: Ernte ...
Ratgeber17.10.2026
Kriminalprävention: ...
Kultur17.10.2026
Burg Beeskow: Ein Ab ...
Politik17.10.2026
Rundbrief der AfD-Fr ...
Ratgeber15.10.2026
Kinderuni Eisenhütte ...
Politik15.10.2026
Alice Weidel: Aufwei ...
Wirtschaft12.10.2026
InnoVET PLUS-Fachtag ...
Kultur12.10.2026
Burg Beeskow: Raus ...
Vermischtes12.10.2026
Kleingärten in Eisen ...
Ratgeber12.10.2026
Die dunkle Seite des ...
Service

Branchenbuch
Termin-Kalender
Bilder der Region
Regionale Links
Redaktion

Mediendaten
Kontakt
AGB
Datenschutzerklärung
Impressum

Kontakt unter:
0163 / 4800356
joehanisch@gmx.de

Vermischtes:
Fischzug 2026: Ernteglück im Dorchetal





Schwerzko (han). Fischreiher haben sich versammelt und werden verscheucht, es brodelt im Wasser und Männer in wasserfester Kleidung sondieren den Uferbereich des Schwerzkoer Sees. Die Ernte kann beginnen.
 
„Wenn ich das sehe, wird das ein gutes Jahr“, sagt der Vorsitzende des Fischerei- und Naturschutzvereines Dorchesee eV. Andreas Voigt mehr zu sich selbst, als er zu seinen Männern gut und ein leichtes Schmunzeln huscht über sein Gesicht. Es ist fast angenehm an diesem Samstag Morgen. Im Gegensatz zur Prognose trockenes Wetter, annehmbare Temperaturen und eine perfekte Organisation sind beste Voraussetzungen, um aus dem fast leer gelaufenen Teich eine ordentliche Ernte einzufahren.

„Hier schwimmen drei Tonnen Fische. Davon wollen wir heute eine Tonne verkaufen und der Rest ist der Grundstock für die Zucht im kommenden Jahr“, erzählt Andreas Voigt weiter bevor er seine Leute zusammenruft, um letzte Details zu besprechen. Denn möglichst schonend und schnell soll der erste Fischzug schon den größten Teil des Fischbestandes an Land bringen. Silberglänzende Leiber, riesige Flossen zeigen sich im Getümmel des restlichen Wassers, es brodelt regelrecht . Es lässt sich erahnen, dass die diesjährige Zucht ein Erfolg war. Schnell noch ein Gruppenfoto – viele Männer, zwei Frau, ein hoffnungsvoller Nachwuchs in der Kinder- und Jugendgruppe – und dann geht es los.

Apropos Jugendgruppe: Unter Anleitung von Jugendwart Torsten Geller sind mittlerweile sieben Kinder, das jüngste sechs Jahre alt, Mitglied im Verein und zwei kommen noch hinzu. „Ja, was machen wir“, stellt sich der Jugendwart fast selbst die Frage und setzt fort: „Natürlich ist Angeln die große Leidenschaft und so waren wir auch schon zwei Mal beim Pokalangeln bei den Freunden in Kummro. Hier müssen wir noch etwas üben, denn die Kummroer haben den Pokal gewonnen. Aber auch Nachtangeln am Kahntopp gehört neben der Theorie, wie Fisch- und Angelkunde, Naturschutz und Knotenübungen mit zum Programm.“ Und so waren am Samstag auch Paul, Bela und Jasper mit Feuereifer bei den Fischzügen dabei.

Langsam und genau des Wasser beobachtend ziehen die Fischer das große Handschleppnetz um die zappelnde Fischmenge. Immer enger zieht sich es sich zusammen und immer schwerer wird es. Die ersten Karpfen werden herausgeholt, begutachtet und kommen sofort nach der Reinigung vom Schlamm in aufgestellte Schwimmbecken, die letzte Station ihres etwa dreijährigen Lebens. Denn dort warten schon diejenigen, die den Fisch vor ihrem geistigen Auge schon auf dem Teller sehen. Und so dauert es nicht lange, bis der erste Fisch seinen Weg über die Waage, die Kasse hin zur Schlachtebank nimmt.
Auch vor dem Fischbecken kommen die Leute aus dem Staunen nicht mehr raus. „Solche Karpfen habe ich noch nicht gesehen“, wird spontan kommentiert, als die ersten fast rund sieben Kilogramm schweren Fische ins Becken kommen. Und irgendwie scheint genau das das Geheimnis der Mitglieder des Schwerzkoer Vereines zu sein. Ob es die guten Lebensbedingungen im Dorchesee selbst, die gelungene Futtermischung oder die ganzjährige Hege und Pflege bzw. auch alle Komponenten zusammen sind, lässt Andreas Voigt offen. Die Beifänge sind schnell aussortiert und wandern in Extrabehälter, wo schon die Kinder warten, oder ins Wasser zurück.

Für die Gäste ist es immer wieder ein Schauspiel diesen Fischzug mit zu erleben und eine Vorfreude auf ein leckeres Fischgericht. Warum dieses stundenlange Warten und Zusehen? „Es ist ganz einfach der Geschmack, das zarte Fleisch und die Frische, die wir hier kaufen. Ich komme seit Jahren hierher, denn einen besseren Fisch gibt es nicht“, schwärmt eine Fürstenbergerin, die mit Tochter kam, um die Familie schon für die Festtage einzudecken.

So scheint auch für die Frauen der Fischzug kein Problem zu sein. Sie stehen nicht nur in der Schlange der geduldig wartenden Käufer oder sorgen für das leibliche Wohl der Gäste des Vereins zwischendurch sondern sind auch am Treiben direkt beteiligt. Mitten unter den Männern verrichtet Steffi Padel und Sandra Deißler ganz selbstverständlich ihre Arbeit: „Die Leidenschaft zu diesem Hobby habe ich von meinem Vater Frank Padel mitbekommen und so bin ich vor Jahren die einzige Frau im Verein geworden. Mittlerweile bin ich nicht mehr allein und es macht Spaß, dass Gedeihen der kleinen Karpfen bis zu dieser Größe zu sehen. Wir haben in diesem Jahr alles richtig gemacht.“

Mit einem entsprechenden Verkaufserlös, der für den Neubesatz für das kommende Jahr, Futtermischungen sowie Hege und Pflegearbeiten und Nachwuchsarbeit genutzt wird und zufriedenen Kunden ging dieser Tag am Schwerzkoer See nach zwei Fischzügen zu Ende. Auch 2027 werden sich wieder rund drei Tonnen Karpfen und Hechte im Wasser tummeln, davon rund eine Tonne Neubesatz.

Wie war nun das Fazit des Abfischens 2026 in Schwerzko?
„Irgendwie ist das Abwachsen der Fische nicht ganz so gelaufen, wie gedacht. Dennoch schienen es auch die kleineren den Käufern angetan zu haben. Auch in diesem Jahr bleiben zwei Tonnen Fisch im Dorchesse, darunter auch der mit rund zehn Kilogramm im zweiten Fischzug an Land gezogenen Karpfen. Der schwerste verkaufte hatte sieben bis acht Kilo, der größte Hecht zweikommefünf bis drei Kilo. Alles in allem ein guter Fischzug, die Bottiche waren voll und die Leute kauften ab“, so Andreas Voigt doch sichtlich zufrieden am Ende eines ereignisreichen Tages.

Fotos: han

Eingetragen am 18.10.2026 um 19:00 Uhr.
[Anzeige]
Mohr & more - Visagistik, Aromatherapie, Friseur
Anzeige



Für Sie vor Ort -
Sparkasse Oder-Spree

www.FfoWebservice.de

FfoWebservice 2006©