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Politik:
Weltkindertag: Wer über PISA klagt, darf bei Kindern nicht kürzen

Volkssolidarität fordert Investitionen gegen Kinderarmut und in verlässliche und qualitätsvolle Daseinsvorsorge für Kinder und Familien

VS (pm). Anlässlich des Weltkindertages am 20. September 2026 kritisiert der Volkssolidarität Bundesverband die geplanten Einsparungen bei Kindern, Jugendlichen und Familien. Während die jüngsten PISA-Ergebnisse erneut eine Debatte über das deutsche Bildungssystem ausgelöst haben, kürzt der Bund ausgerechnet dort, wo soziale Ungleichheit ausgeglichen werden könnte.

PISA zeigt einmal mehr, wie eng Bildungschancen in Deutschland mit der sozialen Herkunft zusammenhängen. Kinder aus einkommensarmen Familien haben deutlich schlechtere Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Statt Ursachen für gescheiterte Bildungsbiografien verbissen bei Migration und Mehrsprachigkeit zu suchen, muss der Fokus deshalb ganz klar auf die sozioökonomischen Faktoren und deren Ausgleich gelegt werden.

Sebastian Engmann, Bundesgeschäftsführer der Volkssolidarität, erklärt: "Nach jeder neuen Bildungsstudie folgt der gleiche Aufschrei. Wir diskutieren über die Leistungen von Kindern und Jugendlichen, aber zu wenig über ihre unterschiedlichen Ausgangsbedingungen. Wer Bildungserfolg von sozialer Herkunft entkoppeln will, muss Kinder- und Familienarmut bekämpfen und in gute Bildungs- und Teilhabestrukturen investieren. Stattdessen wird bei Kindern und Familien gespart."

Die geplanten Kürzungen treffen verschiedene Bereiche: Die Bundesmittel für die Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung werden deutlich reduziert, sollen sogar ausschleichen. Die 25 Euro Kindersofortzuschlag für Kinder mit dem größten Unterstützungsbedarf werden gestrichen. Die individuellen Leistungen der Eingliederungshilfe sind zugunsten infrastruktureller Angebote in Gefahr, die bisher weder bedarfsgerecht existieren noch finanziert werden. Auch beim Elterngeld wird gespart. Gleichzeitig fehlt eine Strategie der Bundesregierung, um die Länder und Kommunen gegen den Abbau von Kitas und anderer kinder- und jugendgerechter Infrastruktur infolge sinkender Kinderzahlen zu unterstützen.

Die Volkssolidarität kritisiert diese Entwicklungen auf dem Rücken junger Menschen und ihrer Familien entschieden. Sie fordert eine entschlossene Bundesstrategie gegen Kinderarmut, langfristige und verlässliche Investitionen in Kitas und Schulen und flächendeckend zugängliche Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangebote. Kinder brauchen entlastete Eltern, qualifizierte Fachkräfte, lernanregende Räume, individuelle Unterstützung und einen gesicherten Zugang zu medizinischen und therapeutischen Angeboten.

Sebastian Engmann: "Wer in zehn bis zwanzig Jahren eine gut gebildete, resiliente und handlungsfähige Generation junger Erwachsener will, muss heute investieren. Kinder sind kein Haushaltsposten, bei dem kurzfristige Einsparungen folgenlos bleiben. Was wir heute bei Bildung, Teilhabe und sozialer Infrastruktur nicht bereitstellen, wird uns gesellschaftlich und wirtschaftlich später ein Vielfaches kosten. Der Weltkindertag sollte deshalb Anlass sein, nicht nur über die Zukunft und Bildung unserer Kinder zu sprechen, sondern politische Entscheidungen konsequent an ihr auszurichten."

Eingetragen am 18.09.2026 um 17:26 Uhr.
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