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Burg Beeskow (pm). Am vergangenen Oster-Wochenende sind sie angereist: Constantin Schwab aus Wien, Ariana Emminghaus und Bernhard Glocksin aus Berlin. Für drei Wochen haben sie im Rahmen des Projektes „Campus SCHREIB Kultur“ der Burg Beeskow den heimischen Schreibtisch mit einem temporären im Landkreis Oder-Spree getauscht um zu erfahren, was die Menschen in der Region bewegt. In Tempelberg (Emminghaus), Neubrück (Schwab) und Leißnitz (Glocksin) werden sie sich dafür auf Spurensuche begeben, Menschen treffen, Gespräche führen, bei Feuerwehr und Kirche vorbeischauen, im Gasthaus und beim Gemeinderat.
Das sofort erlebbare Ergebnis dieser Arbeit kann nicht mehr als „schnelle Literatur“ sein, ein Streiflicht, ein Essay, eine Skizze. Literarische Momentaufnahmen, die den Austausch anregen und eine unmittelbare Rezeption erlauben: Am Ende des Aufenthaltes stehen am Samstag, 25. April 2026, jeweils eine Lesung und ein Publikumsgespräch im Gast-Ort. Los geht es um 13 Uhr im Kulturraum in der Lindenstraße in Tempelberg, anschließend wird um 16 Uhr der Biwakplatz an der Spree in Neubrück zur Bühne, bevor der Tag um 19 Uhr im Gasthof Schur in Leißnitz ausklingt. Wer alle drei Lesungen stressfrei erleben möchte, kann den eingerichteten Bus-Shuttle nutzen.
Teil des Projektes „Campus SCHREIB Kultur“ ist in diesem Jahr zudem ein zweiwöchiger Spoken-Word-Workshop in der Grund- und Oberschule „Maxim Gorki“ in Bad Saarow. Schüler:innen einer 8. Klasse werden dort ab dem 13. April gemeinsam mit der Hallenser Autorin Jasmin Brückner an eigenen Texten und ihrer Präsentation auf der Bühne arbeiten.
Der Eintritt zu den Lesungen am 25. April ist frei. Anmeldungen für den ebenfalls kostenfreien Bus-Shuttle (Bahnhof Fürstenwalde–Tempelberg–Neubrück–Leißnitz und retour) sind bis 20.04. möglich unter Tel. 03366 35-2706 oder info@burg-beeskow.com.
Ariana Emminghaus (*1995) wurde in Saarbrücken geboren und studierte zunächst Schauspiel in Ludwigsburg und anschließend „Literarisches und Szenisches Schreiben“ in Biel und Berlin. Ihre Texte wurden u. a. beim Literaturpreis Schwaben und in der JENNY veröffentlicht; ihr Theaterstück „Die Vergessenden“ erschien im Drei Masken Verlag. Im vergangenen Jahr war Emminghaus Stadtschreiberin im thüringischen Allstedt und hat auch als Temnitzschreiberin (2023) bereits ein gutes Gefühl für den ländlichen Raum entwickelt. Sie lebt in Berlin.
Constantin Schwab (*1988) wurde in Berlin geboren und wuchs in Kärnten auf. Er studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Wien, wo er heute auch lebt. Seine Geschichten werden regelmäßig in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht. 2019 gewann er den Emil-Breisach-Literaturpreis der Akademie Graz. Im selben Jahr erschien der Erzählband „Der Tod des Verführers“. Mit „Das Journal der Valerie Vogler“ gab Schwab 2022 auch sein Debüt als Romanautor.
Bernhard Glocksin (*1959), geboren in Dieburg (Hessen), hat in unterschiedlichen Sparten, Bühnen und Ländern als Dramaturg für Musiktheater, Schauspiel und Tanztheater gearbeitet. Er schrieb Stücke für Musiktheater mit Uraufführungen in Berlin, Salzburg, Wien, Stuttgart, Amsterdam. 2025 hat er sich nach 21 Jahren als künstlerischer Leiter der Neuköllner Oper Berlin verabschiedet. Glocksin lebt in Berlin.
Jasmin Brückner (*1995) wurde in Rodewisch (Vogtland) geboren. Nach einem Bachelorabschluss in Internationaler Sozialer Arbeit hat sie Biografisches und Kreatives Schreiben im Master studiert und arbeitet heute freiberuflich als Spoken Word Künstlerin, Texterin und Workshopleiterin für Kreatives und Biografisches Schreiben. Sie lebt in Halle (Saale).
Fotonachweis: Ariana Emminghaus (r.) und Dorfpatin Seraphina Lenz bei einem ersten Rundgang durch Tempelberg Foto: Falk Wieland
„Campus Kultur – Burg Beeskow“ ist ein Projekt im Rahmen des mehrjährigen Landesförderprogramms „Regionale Kulturelle Ankerpunkte im ländlichen Raum“. Mit „Campus Kultur“ will sich die Burg Beeskow weiter in den ländlichen Raum hinein öffnen, ihn mithilfe von Schreibaufenthalten literarisch erfassen und gemeinsam mit regionalen und lokalen Akteuren weiter gestalten. |